Montag, 7. Mai 2018

Samtige Mispel-Himbeertörtchen mit Kokos-Dattelboden


Gestern bat ich meine jüngste Schwester Diana mir aus dem Supermarkt als Überraschung eine besondere Frucht mitzubringen. Zuverlässig wie sie ist, hat sie dies natürlich gemacht und mich wirklich überrascht. Als ich überlegte, was die Frucht wohl sein würde, dachte ich an Grenadilla, Pitahaya oder Kiwano – mit all diesen Früchten habe ich schon gearbeitet, da sie aber von weit her kommen und nicht so oft in der Schweiz zu finden sind, sind sie für mich immer noch etwas Besonders. Diana aber brachte eine Frucht, die eigentlich sogar in unseren Breitengraden wachsen, jedoch eher selten verkauft werden und deshalb etwas vergessen gegangen sind. Wisst Ihr, von welcher Frucht ich spreche? 

Ganz richtig, Mispeln! Mispeln wachsen in der Schweiz beispielsweise im Tessin oder rund um den Vierwaldstättersee und sind nach dem ersten Frost zu ernten und nach längerer Lagerung zu geniessen. Aber auch in Italien werden sie oft angebaut, dort sind sie auch bekannter; deshalb werden sie in türkischen und Feinkost Lebensmittelgeschäften, wo sie öfters zu finden sind, auch meistens als „Nespole“ angeschrieben.
Wie dem auch sei, das letzte Mal, als ich eine Mispel in der Hand hatte, war etwa vor 15 Jahren, als sie mir mein Onkel ebenfalls als Überraschung aus dem Tessin mitbrachte. Denn er wusste schon damals, dass man mich mit besonderen Lebensmitteln immer erfreuen kann. Damals habe ich sie einfach so als gesunden Snack gegessen und war von dem mir unbekannten süss-sauren Geschmack und der spritzig-erfrischenden Konsistenz dieser Frucht begeistert. Es lohnt sich also wirklich, den Mispeln eine Chance zu geben. Da ich das schon hinter mir hatte und wusste, wie toll diese Frucht ist, war ich auch umso glücklicher mit Dianas Überraschung. Ich wusste gleich, dass ich ein Dessert machen wollte, welches den Mispeln gerecht wird und sie mit Zutaten in Berührung kommen sollten, die ihre Farbe und Geschmack unterstützen und nicht überdecken. Und was passt besser zu einem leichten Orange als ein kräftiges Pink? Nicht viel, finde ich! Deshalb fiel meine Wahl schnell auf eine ebenso tolle Frucht, genauer gesagt eine Beere, die in einem Dessert dank ihres tollen Geschmackes und dem wunderschönen Aussehen immer eine gute Figur macht. Die Rede ist natürlich von der Himbeere. Jetzt wusste ich, was die Hauptkomponenten sein sollten und musste mir nur noch für den Träger meines fruchtigen Desserts entscheiden. Ich wollte schon lange mal wieder ein „Raw“ Törtchen machen und dafür war jetzt, mit diesen beiden aromatischen Früchten als Hauptzutaten, der perfekte Moment. Die Mispeln und Himbeeren kombinierte ich einzeln mit Cashewnüssen und machte daraus einmal eine orange und einmal eine pinkfarbene Crème, die ich ohne weiteres auch einfach so schon auslöffeln könnte. Doch weil ich ja Törtchen wollte, gab es noch einen Boden aus süssen Datteln, zarten Kokosraspeln und einmal mehr erfrischenden Himbeeren. Darauf schichtete ich dann die beiden Crèmes und liess sie im Gefrierfach hart werden und verlieh ihnen heute als krönenden Abschluss eine zusätzliche extra Portion Frucht in Form einer Mangoglasur.


Die Törtchen servierte ich heute Nachmittag meinen Gästen als erfrischendes Dessert zu einem prickelnden Moscato auf dem Balkon.


Rezept ergibt 10 Törtchen

Für den Boden
80 g Kokosraspeln
80 g Datteln entsteint
80 g Himbeeren (gefroren oder frisch)

Für die Himbeercrème
100 g Cashewnüsse
125 g Himbeeren (gefroren oder frisch)

60 g Agavensirup

25 g Kokosöl
2 EL Zitronensaft
30 ml Wasser
1 Prise Salz
Für die Mispelcrème
100 g Cashewnüsse
150 g Mispeln (entkernt und geschält)
25 g Kokosöl
60 g Agavensirup
1 EL Zitronensaft
1 Prise Salz
Für das Topping

150 g Mango

½ TL Flohsamenschalen 
Ausserdem:
10 Muffinförmchen


Als erstes die Cashewnüsse für vier Stunden im Wasser einweichen lassen.
Für den Boden die Kokosflocken, Himbeeren und Datteln im Mixer mixen, bis eine klebrige Masse entsteht.


Ein Muffinblech mit 10 Muffinförmchen auslegen. Die Masse für den Boden gleichmässig auf die Muffinförmchen verteilen und mit den Händen gut in die Förmchen drücken.

Für die Himbeercrème die erste Hälfte der eingeweichten Cashewnüsse mit den übrigen Zutaten zu einer feinen Crème pürieren. Die Himbeercrème gleichmässig auf den Böden verteilen und alles im Gefrierfach eine Stunde kalt stellen.

 
Für die Mispelcrème die zweite Hälfte der eingeweichten Cashewnüssen mit den übrigen Zutaten zu einer feinen Crème pürieren. Die Mispelcrème auf der etwas erhärteten Himbeercrème verteilen und die Törtchen im Gefrierfach fest werden lassen. Mindestens drei Stunden oder über Nacht.
 
Für das Topping die Mangostücke mit den Flohsamenschalen kurz vor dem Anrichten pürieren.
 
Die harten Törtchen eine halbe Stunde vor dem Essen aus dem Gefrierfach nehmen, die Muffinförmchen entfernen und auf Tellern anrichten. Die Törtchen mit dem Mangotopping und wer mag, mit frischen Früchten oder wie ich mit kleinen Blüten verzieren. 


Meine Gäste - darunter auch Diana, die mir mit dem Kauf der Mispeln erst zu diesen zauberhaften Törtchen verholfen hat – waren begeistert! Und ich hoffe Euch geht es nicht anders, wenn Ihr sie nachkocht oder besser gesagt mixt ;) Viel Spass dabei! 



 Alles Liebe 

Ida



Kommentare:

  1. Mensch, Ida - einmal für 1 Woche in deiner Obhut... das wäre für mich wie 6 Wochen Urlaub :-D
    Fantastisch - einfach nur großes Kino

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    1. Dann würde ich meinen, kommst du mal auf deinen 6 wöchigen Urlaub :)
      Ganz liebe Grüsse :)

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